Heute möchte ich dich mitnehmen – in meine ganz persönliche Geschichte. In meine Erfahrungen mit der Perimenopause.
Denn meine Reise begann früher, als ich es damals ahnte.
Der Anfang: Ende 30 – ein erster Hinweis
Mitte bis Ende 30 wurde ich durch eine Freundin auf das Thema bioidentische Hormone aufmerksam. Sie hatte sich intensiv mit der Antibabypille auseinandergesetzt – und plötzlich ergaben auch meine eigenen Symptome ein neues Bild.
Damals spürte ich, dass etwas in meinem Körper nicht im Gleichgewicht war. Rückblickend würde ich sagen: Es ging in Richtung Östrogendominanz.
Kontrolliert wurde das allerdings nie wirklich ärztlich. Trotzdem bekam ich zum ersten Mal bioidentische Hormone verschrieben – ohne wirklich zu verstehen, was das langfristig bedeuten würde.
Heute weiß ich: Das war ein Wendepunkt.
Warum ich darüber spreche
Vielleicht klingt das an dieser Stelle wie ein Aufruf, sich mit bioidentischen Hormonen zu beschäftigen. Und ja – ein Stück weit ist es das auch.
Nicht, weil ich glaube, dass es die eine Lösung für alle ist. Sondern weil ich selbst erlebt habe, wie wertvoll dieses Wissen sein kann.
Gerade jetzt bekommt das Thema mehr Aufmerksamkeit – auch durch soziale Medien. Und das ist gut so. Denn viel zu lange wurden in diesem Bereich falsche oder unvollständige Informationen verbreitet.
Viele Frauen – mich eingeschlossen – haben gelernt: Hormone sind „schlecht“.
Dabei wurden sie oft pauschal mit den künstlichen Hormonen der Antibabypille gleichgesetzt. Ein Vergleich, der so nicht stimmt.
Mein körperlicher Einschnitt
Bei mir zeigte sich damals sehr deutlich, dass mein Körper aus dem Gleichgewicht geraten war:
• ein plötzlicher Gewichtszuwachs von 10 Kilo
• eine diagnostizierte Insulinresistenz
• und schließlich eine Schilddrüsenunterfunktion
Heute nehme ich Schilddrüsenhormone, um meinen Körper zu unterstützen.
Rückblickend war das eine intensive Zeit – und ich bin dankbar, dass ich damals Menschen an meiner Seite hatte, die mich auf diesem Weg begleitet haben.
Mein Weg: Lernen durch eigene Erfahrung
Ich bin ein Mensch, der durch eigene Erfahrungen wächst. Ich möchte nicht einfach nur Wissen weitergeben – ich möchte verstehen, fühlen und erleben, bevor ich darüber spreche.
Gleichzeitig ist mir eines besonders wichtig: Ich glaube nicht an pauschale Lösungen.
Nur weil etwas für mich funktioniert hat, heißt das nicht, dass es für dich genauso sein muss. Jeder Körper ist anders. Jede Geschichte ist individuell. Und genau so möchte ich auch begleiten: achtsam, individuell und ohne starre Konzepte.
Warum ich heute darüber spreche
In den letzten Wochen ist für mich immer klarer geworden, dass ich Frauen in den Wechseljahren begleiten möchte. Weil ich weiß, wie groß der Leidensdruck sein kann. Und weil ich selbst erlebt habe, wie allein man sich dabei fühlen kann.
Und ich sage es an dieser Stelle ganz bewusst deutlich: Viele Frauen werden in diesem Bereich nicht ausreichend aufgeklärt – nicht selten fehlt es an Wissen – vorallem im medizinischen Kontext!
Ein Thema, über das niemand spricht
Als ich Ende 30 war, hatte ich keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. Darüber spricht man nicht. Nicht mit 30. Nicht mit 35.
In der Generation unserer Mütter hieß es oft:
„Da muss man halt durch.“
„Das ist eben normal.“
„Das gehört dazu.“
Und ja – vieles ist häufig. Aber das bedeutet nicht, dass es leicht ist, oder dass man es einfach hinnehmen muss.
Denn in der Realität kann der Leidensdruck enorm sein – und jede Frau erlebt ihn anders.
Meine Erfahrung: die ganze Bandbreite
Ich durfte – und ja, ich sage bewusst durfte – die ganze Bandbreite erleben. Vermutlich auch, weil ich sehr feinfühlig bin und Veränderungen stark wahrnehme.
Das hat mich dazu gebracht, mich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Ich bin jemand, der tief eintaucht. Der verstehen will. Und oft war es so, dass ich bei einem Expertentermin bereits so gut informiert war, dass ich die Antworten eigentlich schon kannte.
Diagnosen und Zusammenhänge
Über viele Jahre hinweg habe ich bioidentisches Progesteron genommen – unter anderem auch aufgrund des Verdachts auf Endometriose.
Dieser Verdacht wurde lange nicht klar bestätigt. Erst vor einem Jahr erhielt ich schließlich die Diagnosen:
• Endometriose
• Adenomyose
Zwei Begriffe, die einen großen Einfluss auf mein Leben hatten. Ich habe deutlich gespürt, dass das Progesteron hier unterstützend wirken kann – und habe es weiterhin eingesetzt.
Der Übergang in die 40er
Mit Anfang 40 begann sich etwas zu verändern. Das erste deutliche Signal war:
Migräne.
Und wieder war es eine Freundin, die mich darauf hinwies, dass dies hormonell bedingt sein könnte.
Die Migräne trat vor allem im Zusammenhang mit meinem Zyklus auf – insbesondere vor der Periode. Der Umgang mit Progesteron wurde zunehmend komplex. Ich musste es in kleinen Schritten ein- und ausschleichen. Ein aufwendiger Prozess. Und wenn ich einmal vergaß, es zu nehmen, konnte ich fast sicher damit rechnen, dass die Migräne zurückkehrte.
Spätestens da wurde mir klar: In meinem Körper verschiebt sich etwas.
Ein neuer Abschnitt kündigt sich an
So ging es noch einige Jahre weiter – bis zu meinem 45. Lebensjahr. Wirklich Unterstützung oder Aufklärung von meiner damaligen Frauenärztin erhielt ich nicht; ich solle mich halt mit meiner Ernährung auseinandersetzen.
Dann kam das Frühjahr – und mit ihm eine neue Erfahrung: eine bleierne Müdigkeit, die ich so vorher nicht kannte.
Ich begann, der Ursache auf den Grund zu gehen.
Und genau dort setzt Teil 2 an.
Herzlichst
Jasmin

